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| Status: |
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| Titel: |
20 Kreuzer 1772 A - Wien |
| Zuweisung: |
Münzen
Heil. Röm. Reich
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| Von Sammler: |
leopold
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Privatsammler
aus Wien |
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| Infos: |
Joseph II. (* 13. März 1741 in Wien; †
20. Februar 1790 ebenda),
Erzherzog von Österreich aus dem
Geschlecht Habsburg-Lothringen, wurde
1764 römisch-deutscher König, war von
1765 bis 1790 Kaiser des Heiligen
Römischen Reiches Deutscher Nation, ab
1780 auch König von Ungarn und
Böhmen.
Joseph Benedikt August Johann Anton
Michael Adam von Habsburg-Lothringen
erblickte am 13. März 1741 als erster
Sohn und viertes Kind von Maria Theresia
und ihrem Gemahl Franz Stephan von
Lothringen in Wien das Licht der Welt.
Joseph II. war zweimal verheiratet: von
1760 bis 1763 mit Isabella von Parma und
mit Maria Josepha von Bayern von 1764
bis 1767. Aus keiner dieser Ehen
entsprang ein männlicher Thronerbe. Da
bereits seine zweite Ehe mehr aus
Staatsräson als aus persönlicher
Zuneigung geschlossen wurde, blieb er
nach dem Tod seiner zweiten Frau
unverheiratet.
Schon als Thronfolger unternahm Joseph
mehrere Inkognito-Reisen als Graf von
Falkenberg (eine kleine linksrheinische
Herrschaft der Habsburger), mit denen er
sich die Sympathien der Bevölkerung
sichern wollte, die aber erst posthum zu
seinem Mythos beitrugen. 1764 wurde er
noch zu Lebzeiten und mit Zustimmung
seines Vaters, Kaiser Franz I. Stephan,
in Frankfurt (Main) zum
römisch-deutschen König gewählt. 1765
nach dem Tod seines Vaters wurde Joseph
Kaiser des Heiligen Römischen Reiches
Deutscher Nation und offizieller
Mitregent in den erzherzöglichen
Ländern, ohne allerdings viel regieren
zu können. Die Position des deutschen
Kaisers war bereits zu dieser Zeit ”rein
dekorativ”, und seine Mutter Maria
Theresia dachte gar nicht daran, die
Zügel der Macht zu seinen Gunsten aus
der Hand zu geben. Überdies hatte er in
fast allen Fragen eine völlig konträre
Meinung zu der seiner Mutter Maria
Theresia, die bei all ihren Reformen
geistig und emotional noch im Zeitalter
der Gegenreformation lebte, während ihr
Sohn Joseph bereits ein Anhänger
aufklärerischer Ideen war. Nach ihrem
Tod 1780 versuchte Joseph diese Ideen zu
verwirklichen, allerdings auf eine
derart überhastete und undiplomatische
Art, dass vieles davon unwirksam
blieb.
Als er 1790 überraschend starb, erhielt
sein jüngerer Bruder Leopold II. die
Kaiserwürde des Deutschen Reiches. Er
gilt als Exponent des aufgeklärten
Absolutismus. Für ihn war das
Herrschertum ein Amt, ein Dienst am
Staat als übergeordnetem Ganzen.
Joseph II.-Denkmal in Uničov
(Mährisch Neustadt), Tschechien Joseph
II. versuchte den Einfluss des Adels und
des Klerus zugunsten der Bürger und
Bauern zurückzudrängen. Die
Leibeigenschaft der Bauern etwa wurde
durch das Untertanenpatent am 1.
November 1781 aufgehoben. Die adligen
Ständeversammlungen wurden zugunsten von
Staatsbeamten zurückgedrängt. Dies hatte
auch mit seinen
Zentralisierungstendenzen zu tun.
Ebenfalls versuchte er, aus Österreich
einen Einheitsstaat mit Deutsch als
Einheitssprache zu schaffen und wollte
die althergebrachten Sonderrechte der
Länder seines Herrschaftsbereiches
abschaffen. Er verzichtete sogar darauf,
sich in Prag und Pressburg zum König von
Böhmen bzw. Ungarn krönen zu lassen.
Diese Bestrebungen lösten in den
Österreichischen Niederlanden Unruhen
aus und brachten Ungarn an den Rand
eines Aufstandes.
Dieser Einheitsstaat, den er plante,
sollte für das ganze Leben seiner Bürger
sorgen, von der Wiege bis zur Bahre. Er
regelte die Begräbnisfeierlichkeiten bis
in die kleinsten Details, erließ
Verordnungen, wie viel Kerzen bei einer
Messe anzuzünden seien, und verbot sogar
den Lebkuchen, da man sich damit den
Magen verderben könne. Richtschnur war
dabei das ihm zugeschriebene Motto
„Alles für das Volk – Nichts durch das
Volk“. Dies bedeutet allerdings auch,
dass die Rechtsordnung unter ihm
bedeutende Fortschritte macht. 1783
wurden Teile des Eherechts in der
"Verordnung in Ehesachen" kodifiziert,
1787 wurde ein neues Strafgesetzbuch
erlassen, und die Ausarbeitung eines
Bürgerlichen Gesetzbuches, die
schließlich zum ABGB führen sollte,
wurde begonnen. Unter seiner Regierung
wurden merkantilistische und
physiokratische Ideen verwirklicht. Die
Bevölkerung wurde dabei ausschließlich
als Arbeitskräftereservoir angesehen.
Maßnahmen zur Hebung der
Bevölkerungszahl gehen damit Hand in
Hand. Vor diesem Hintergrund ist z. B.
die Aufhebung der Todesstrafe 1787 zu
sehen – die Delinquenten wurden
schließlich für die Zwangsarbeit
gebraucht.
Ebenso verwirklichte er einen straffen
Polizeistaat mit Spitzelsystem. Kurze
Experimente mit der Pressefreiheit
wurden rasch wieder aufgegeben. In
seiner Außenpolitik war Joseph expansiv,
aber meistens nicht vom Glück
begünstigt. Die Beteiligung Österreichs
an der 1. Teilung Polens mit dem
Zugewinn Galiziens ging auf die
Initiative Preußens zurück, das als
Ausgleich für Russlands Zugewinne im
Krieg mit der Türkei einen Korridor
durch Polen (als Verbindung zwischen
Pommern und Ostpreußen) forderte. Dem
war eine Politik der Annäherung an
Österreich vorausgegangen, das 1771
einen geheimen Vertrag mit der Türkei
geschlossen hatte und damit Druck auf
Russland ausübte. Als Katharina II. von
Russland von diesem geheimen Vertrag
erfuhr, wurde Österreich auch ein
Angebot gemacht, an der Teilung des
souveränen Polens zu partizipieren. Die
Initiative zu den Teilungsplänen ging
also nicht von Joseph aus, zumal die
Rolle Österreichs unter den europäischen
Mächten 1771/72 nicht tonangebend war.
Allerdings soll er im Gegensatz zu
seiner Mutter keinerlei Skrupel bei
diesem Handel gehabt haben. Im
Bayerischen Erbfolgekrieg, bei dem
ursprünglich geplant war, Bayern an
Österreich anzuschließen und dafür den
Wittelsbachern die Österreichischen
Niederlande zu überlassen, musste er
sich letztlich mit dem Innviertel
begnügen.
1780 wurde er als Verbündeter Katharinas
II. in einen erfolglosen Türkenkrieg
hineingezogen.
Am berühmtesten ist allerdings seine
Religionspolitik, die meistens allein
gemeint ist, wenn man von Josephinismus
spricht. In seinem Toleranzpatent wurde
das Glaubensmonopol der Katholischen
Kirche gebrochen – Protestanten und
Juden durften ihren Glauben ausüben,
allerdings nur unter Duldung; der
Vorrang der Katholischen Kirche blieb
aufrecht. Alle Orden, die im
volkswirtschaftlichen Sinne unproduktiv
waren, also keine Krankenpflege, Schulen
oder andere soziale Aktivitäten
betrieben, wurden aufgehoben, ihr Besitz
verstaatlicht. Dies führte dazu, dass
viele kontemplative Abteien mit zum Teil
langer Tradition geschlossen wurden.
Andererseits erklärt dies, warum andere
dieser Abteien noch heute z.B. Schulen
betreiben. Aus dem Erlös der Aufhebungen
wurde der bis ins 20. Jahrhundert
bestehende Religionsfonds gegründet, der
die Besoldung der Priester übernahm, die
auf diese Weise zu Staatsbeamten wurden.
Auch viele Feiertage und Kirchenfeste
(Wallfahrten, Prozessionen u. Ä.) wurden
abgeschafft – hauptsächlich um die
Arbeitsproduktivität zu erhöhen.
Die historische Beurteilung seiner
Person ist sehr unterschiedlich.
Aufgrund der Überstürztheit und
Radikalität seiner Maßnahmen, die das
Leben des Einzelnen teilweise bis ins
Kleinste bestimmten, war Joseph zu
Lebzeiten unpopulär bis zur Verhasstheit
und er musste einige seiner Reformen
kurz vor seinem Tod wieder zurücknehmen.
Unter der Regentschaft seines zum
Starrsinn neigenden Neffen Franz I.
wurde er hingegen allmählich zu einer
mit Nostalgie verklärten
Lichtgestalt.
Seit Ende des 19. Jahrhundert wird er
einerseits als fortschrittlicher
Vertreter eines aufgeklärten
Absolutismus gesehen, andererseits wird
auch auf den paternalistischen und
zentralistischen Charakter seines
Regiments hingewiesen.
Nichtsdestoweniger war er einer der
wichtigsten österreichischen Herrscher,
auf den viele konstruktive Ansätze
zurückgehen und der einen bedeutsamen
Reform- und Modernisierungsschub
gebracht hat.
Staatswesen
· Aufhebung der Leibeigenschaft
· Als erster Herrscher der Welt:
Abschaffung der Todesstrafe im
Zivilstrafrecht (nicht im
Militärstrafrecht)
· Religionsfreiheit
· Öffnung des Praters und des Augartens
für die Öffentlichkeit
· Einschränkung des strengen Spanischen
Hofzeremonielles
· Schutzzölle für den Handel
· Grundsteuer für den Adel
· Versuch: Deutsch als Staatssprache
Soziales
· Bau von Schulen und Krankenhäusern (u.
a. des alten AKH Wiens)
· Gründung von Waisen- und Armenhäusern
· Verbannung der Friedhöfe aus den
Städten, um das Grundwasser zu schonen
· Einrichtung eines steirisches
Volksmuseum
Kirche
· Gründung der Diözesen Linz, St. Pölten
und Leoben, Änderung der Diözesangrenzen
· Neugründung von Pfarren
· Auflösung vieler Klöster
· Verringerung des päpstlichen
Einflusses
· Verbot von „abergläubischen“ Bräuchen
der Kirche
· Abschaffung von Särgen für jeden Toten
(stattdessen ein allgemeiner Sarg, der
eine Falltür hatte -> von den Wienern
als pietätlos empfunden -> Reform
zurückgenommen)
Nachkommen
1. Maria Theresia, Erzherzogin von
Österreich * 20. März 1762 in Wien, †
23. Januar 1770 in Wien
2. Christine, Erzherzogin von Österreich
* 20. November 1763 in Wien, † 20.
November 1763 in Wien
Technische Daten:
Area RDR
Gebiet Josef II 1765 - 1780 Mitregent
Prägejahr 1772
Prägestätte A-IC//SK Wien
Erhaltung ss
Auflage k.A.
Quelle 1 Her. 83
Quelle 2 _
Material Ag
DM in mm _
Gewicht
rauh in g 6,68
fein in g 3,89
Feingehalt 583/1000
Zusatz:
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| Preis: |
- (Unverkäuflich)
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| Gespeichert: |
04.08.2006 |
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