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Piano Recital


(CDs/Klassik)



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  Alle Details zu diesem Sammelobjekt:
Status: PRÄSENTIERE
Titel: Piano Recital
Preis: - (Unverkäuflich)
Zuweisung: Haupt Sammelgebiet CDs     Sub Sammelgebiet Klassik
Kategorie: Album
Interpret: Baumgartner, Paul
 
Von Sammler: Skywise Rheinland-Pfalz Privatsammler
Privatsammler aus Rheinland-Pfalz
Sammler kontaktieren Email schicken
 
Infos: Gesamtzeit: 77:16
Trackanzahl: 14
Veröffentlichung: 2000
Best.-Nr.: AUR 194-2
Aura

Sonata No. 14 c sharp minor op. 27 No. 2 "Moonlight" (Ludwig van Beethoven)
[01] Adagio sostenuto (4:38)
[02] Allegretto (2:20)
[03] Presto agitato (7:41)

[04] Andante favori WoO 57 (Ludwig van Beethoven) (8:40)

3 Intermezzos op. 117 (Johannes Brahms)
[05] Intermezzo No. 1 Andante moderato (4:57)
[06] Intermezzo No. 2 Andante non troppo e con molta espressione (3:59)
[07] Intermezzo No. 3 Andante con moto (6:42)

Images I (Claude Debussy)
[08] Reflets dans l'eau. Andantino molto (5:13)
[09] Hommage à Rameau. Lent et grave (6:12)
[10] Mouvement. Animé (3.32)

[11] Masques (Claude Debussy) (5:04)
[12] Ballade No. 4 f minor op. 52 (Frédéric Chopin) (10:54)
[13] Moment musical A flat major op. 94 No. 6 (Franz Schubert) (4:43)
[14] Valse D flat major op. 70 No. 3 (Frédéric Chopin) (2:31)

Besetzung:
Paul Baumgartner - Klavier

Recorded by Radiotelevisione della Svizzera Italiana / Rete 2: Lugano (Auditorium RSI) 17.02.1964

Piano Technician: Guido Vicàri
Sound Engineer: Ermanno Briner
Digital Remastering: Friedrich Schumacher, Diego Fasolis
RSI Production Coordinator: Carlo Piccardi
Artistic Director: Alberto Spano
Product Manager: Stefania Moruzzi
Editorial Coordinator: Paul Soffia
Art Direction: Clara Cassanelli, Simona Casonato


Ein ziemlich zweischneidiges Schwert ist diese Aufnahme, ein Mitschnitt eines Konzerts, das der Schweizer Pianist Paul Baumgartner live im Radio vor einem kleinen Publikum gab.
Ganz sicher ist, daß er sich zum Zeitpunkt der Aufnahme wohl nicht auf der Höhe befand - einige Passagen in Chopins "Ballade", in Debussys "Mouvement" und im letzten Satz der "Mondscheinsonate" sind nicht ganz fehlerfrei - nun gut, das mag den Umständen geschuldet sein.
Sicher ist, daß an diesem Abend Chopin sicherlich seine helle Freude an der Interpretation des Pianisten gehabt hätte - bis auf einen kleinen Lapsus fehlerfrei und mit dem nötigen Gefühl spielt Baumgartner elegant und sehr konzentriert die Ballade und zeichnet seine Bilder gekonnt in die Luft. Den Schubert meistert er gekonnt und routiniert, ohne jedoch an die Klasse heranzureichen, die er bei Chopin bewiesen hat. Nehmen wir die "Images" von Debussy vorweg: eine für die damalige Zeit ausgesprochen ungewöhnliche Wahl, da Debussy noch nicht zur Standard-Literatur für Pianisten gehörte, aber auch hier beweist Baumgartner viel Einfühlungsvermögen und spielt die Stücke geschickt und fast schon eine Spur zu gefällig, gerade so, als suche er in Gedanken bereits den Übergang zu Chopin. Man muß Baumgartner zugute halten, daß Debussy zum damaligen Zeitpunkt noch nicht völlig erschlossen war und viele interpretatorische Hinweise und Ideen erst später kamen, von daher kann man diese Einspielung durchaus stehen lassen.
Etwas problematischer nehmen sich da die Intermezzi von Brahms aus, mal abgesehen davon, daß es ohnehin recht ungewöhnlich ist, sowohl Brahms als auch Chopin in einem Konzert zu spielen, da sich die Klavierliteratur der beiden grundlegend unterscheidet. Baumgartner versucht dieses Kunststück - und scheitert letzten Endes an seinem eigenen Perfektionismus. Anscheinend hat er die Stücke bis ins Detail analysiert und sich so sehr damit beschäftigt, daß es letzten Endes zu einer fast schon akademisch trockenen Einspielung reicht. Das richtige Gefühl für diese Stücke scheint bei der Vorbereitung auf der Strecke geblieben zu sein.
Völlig aus dem üblichen Rahmen fällt die "Mondscheinsonate". Der erste Satz, der von vielen Interpreten fast schon andächtig zelebriert wird, wird von Baumgartner ungleich schneller vorgetragen. Dadurch verliert die Sonate natürlich ihre "Mondscheinidylle", wirkt aber gleichzeitig kompakter und paßt auf diese Weise deutlich besser in das nachfolgende Programm, zumal sich Baumgartner auch zu einigen kleineren rhythmischen Verschiebungen einladen läßt, die an Schumann oder Chopin erinnern. Allerdings bekommt er im jagenden dritten Satz dann doch hörbare Probleme, die darauf schließen lassen, daß er den Satz ebenfalls schneller angehen wollte als üblich, was ihm die Partitur offensichtlich übel genommen hat.
Fast schon als Entschuldigung kann man da wohl das sich anschließende, irgendwie gediegen-anmutige Andante favori deuten, das ebenfalls nicht gerade zum Standard-Repertoire gehört, aber mit Sicherheit eine angenehme, wenn auch nicht überragende Entdeckung darstellt.
Ein netter Konzertabend mit einigen Höhepunkten, aber leider auch mit Stücken, die der Interpret schon fast zwanghaft zu Höhepunkten machen will, woran er letzten Endes aber scheitert. Man kann sicher ein Probehören riskieren - die Chopin- und Debussy-Stücke sind es sicher wert; für Beethoven und Brahms gilt dagegen: reine Geschmacksache.
 
Gespeichert: 02.08.2008
 
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